Okay, alle alteingesessenen Xenafans können beruhigt weiterklicken, denn diese Informationen werden sie sowieso wissen. Diese Seite ist mehr für Anfänger gedacht, die noch sehr wenig über Xena wissen, was nicht heißen soll, dass auch alte Xenahasen ein paar neue Informationen finden können. ;-)
Die Geburt von Xena im Fernsehen geschah am 4. September 1995 in den USA. Über 100 Sender strahlten in ganz Amerika die erste Folge von Xena: Warrior Princess aus. Zu der damaligen Zeit war die Ausstrahlung ein großes Risiko, eine Serie zu zeigen, die von den Abenteuern eines überragenden Helden erzählt. Doch dieser Held wurde nicht von einem Mann, sondern von einer Frau verkörpert, die zudem noch eine dunkle Vergangenheit besaß. Niemand wusste ob diese Serie auf dem Bildschirm überleben oder ihn gar erobern konnte.
Okay ihr könnt es auch jetzt schon denken, dass Xena ein Riesenerfolg wurde, denn sonst würde ich diese Zeilen nicht schreiben. Schon in der ersten Staffel wurde Xena die populärste neue Serie, deren Einschaltquoten sogar höher waren als die des übermächtigen Baywatch und die zweite Staffel wurde ein noch größerer Erfolg. Xena hat ein unglaubliches Echo bei allen Zuschauern gefunden, die einmal etwas anderes sehen wollten als Helden nach traditionellen Strickmuster. Man akzeptierte rasch, dass Xena als starke und schwermütige Heldin dargestellt wird, die einst sogar friedliche Dorfbewohner mit einer unglaublichen Wildheit terrorisierte. Auch ihre gefühlvolle Seite gefiel den Fans, die begeistert auf Xenas Freundschaft mit der jungen Gabrielle reagierten. Und die Actionszenen, bei denen Xena Schwert und Chakram (eine kreisrunde Waffe aus dem Persien des sechzehnten Jahrhunderts) schwang und Kampfkünste zeigte, die alle Fans von Bruce Lee und Jackie Chan begeisterte, brachten ebenfalls Neues auf amerikanische Bildschirme.
Obwohl Xena nun fest auf eigenen Füßen stand, verdankt sie ihre Existenz einem Helden aus der antiken Mythologie, von dessen Abenteuern die Serie Hercules: The Legandary Journeys erzählt. Für Hercules hatten Dan Filie, leitender Vizepräsident der dafür zuständige Abteilung, und Ned Nalle, der damalige geschäftsführende Vizepräsident von Universal, zwei junge innovative junge Filmemacher engagiert: Sam Raimi und Robert Tapert. Die beiden waren seit ihrer Zeit an der Michigan State University befreundet. Beide schufen Filme mit oft sehr geringen Mitteln, die bei den Kritikern und Fans sehr gut ankamen. Vor allem im Horrorgenre feierten sie einige Erfolge mit Filmen wie The Evil Dead, Evil Dead 2 und Army of Darkness.
Ende 1993 schließlich schlug Filie das Hercules Projekt vor. Raimi und Tapert, beides Fans von alten Mythen, schlugen begeistert zu. Es folgten fünf Fernsehfilme im Jahr 1994 über Hercules, mit Kevin Sorbo in der Hauptrolle. Sie gefielen mit ihren aufregenden Actionszenen, den bizarren Kreaturen aus der Werkstatt der Maskenbildner, der spannenden Umsetzung alter Mythen in der exotischen Landschaft Neuseelands. Der triumphale Erfolg veranlasste Universal aus Hercules: The Legendary Journeys eine wöchentliche Serie zu machen, die im Januar 1995 mit hohen Einschaltquoten und Kritikerlob startete. Falls ihr euch fragt was das alles mit Xena zu tun, dazu komme ich jetzt, denn ohne Hercules hätte es Xena nie gegeben.
Der Produzent Tapert, der in erster Linie für Hercules verantwortlich war (da Raimi mit anderen Projekten beschäftigt war) hatte allen Grund sich über den Erfolg der Sendung zu freuen. Trotzdem behielt er weiterhin ein Ziel im Auge, das er bislang nicht erreicht hatte, nämlich Action auf eine Weise zu präsentieren, wie es auf amerikanischen Bildschirmen nicht alltäglich ist. Für Tapert war Hercules ein typisch amerikanischer netter Kerl, zu dem die Akrobatik des Hongkong-Kinos nicht passen würde. Deshalb erfand Tapert eine weibliche Kriegerin mit Namen Xena, die sich zwischen Hercules und seinem besten Freund Iolaus stellen sollte. Übrigens der Name Xena entstand aus dem einfachen Grund, da man glaubte, dass Namen mit X das Interesse der Leute wecken. Filie war von der Idee einer dunklen Kriegerin begeistert und so entstand schließlich Xena als Gegnerin von Hercules.
Ein großes Problem stellte jedoch die Besetzung dieser Figur dar. Die ideale Schauspielerin musste gleichzeitig Schönheit und Sinnlichkeit ausstrahlen und ebenfalls Stärke, Wildheit und unerbittliche Willenskraft, um so zu sein wie Robert Tapert sie sich vorstellte; sie musste charismatisch sein, um mit Aussicht auf Erfolg die letzten drei Folgen der ersten Hercules-Staffel auf sie zuzuschneiden, und dazu in der Lage sein eine ganze Serie zu tragen, falls Xena die Zuschauer und die Studiobosse für sich gewinnen konnte. Auch wenn man sich nicht vorstellen kann, dass jemand anderes Xena verkörpert, wollten die Macher lieber eine amerikanische Schauspielerin, weil sie glaubten eine neuseeländische Schauspielerin könne keine Serie tragen. So wurde Vanessa Angel engagiert. Das Studio ließ Angel einen Monat lang Kampfkünste trainieren und reiten lernen. Dann flog sie auf Besuch zu ihren Eltern nach England, wo sie sich eine Grippe holte. Der Tag des Drehbeginns rückte immer näher und Vanessa Angel wurde nicht gesund. Man versuchte verzweifelt einen amerikanische Ersatz in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu finden, jedoch ohne Erfolg. Zum Glück für uns alle gingen die Macher dann doch das Risiko ein und engagierten eine neuseeländische Schauspielerin: Lucy Lawless. Übrigens kannte Robert Tapert Lucy schon von früher, denn sie spielte schon in einem der Hercules-Spielfilme und in zwei kleineren Rollen in der Serie mit.
Trotz aller Widerstände kam die Figur der Xena beim Publikum hervorragend an. Der erste Schritt war für Robert Tapert gemacht, jetzt musste er nur noch die Studiobosse überzeugen, aus Xena eine eigene Serie zu machen. Doch das war schwieriger als erwartet, denn die Studiobosse zweifelten an einer Serie, die von einer Kriegerin mit dunkler Vergangenheit getragen wurde. Erst nach Überredenskünsten schaffte es Tapert, die Studiobosse zu überzeugen. Xena als eigenständige Serie war geboren. Das Ergebnis kennen wir heute: Xena wurde eine unglaubliche erfolgreiche Serie, die es sogar schaffte Hercules in der Zuschauergunst klar hinter sich zu lassen. Erst im Jahre 2000 endete Xena mit der sechsten Staffel in den USA. Bei uns in Deutschland liefen Xena und Hercules bei RTL. Fünf Staffeln wurden von Xena ausgestrahlt, auf die sechste müssen wir uns noch gedulden. Auch wenn die Serie zu Ende ist und es eigentlich nichts neues mehr zu berichten gibt, möchte ich euch gerne meine Lieblingsserie näher vorstellen, also ihr habt lange genug hier gelesen, es gibt noch viel mehr zu erkunden!
Liste der Mitarbeiter
In den Hauptrollen:
Lucy Lawless als Xena
Renee O'Connor als Gabrielle
Produziert von: Renaissance Pictures und den Universal Sudios
Geschäftsführende Produzenten: Robert Tapert, Sam Raimi
Koproduzent: R.J.Stewart
Leitender Produzent: Steven L.Sears
Produziert von: Eric Gruendemann
Produzentin: Liz Friedman
Koordination: Bernadette Joyce
Produzentin in Neuseeland: Chloe Smith
Musik: Joseph Lo Duca
Regisseure: diverse